„I lift my lamp beside the Golden Door“



Komponist Florian Wilkes


Bereits als Schüler studierte Florian Wilkes die Lehre des Kontrapunktes von Joseph Fux und die Kompositionslehren von Felix Salzer, Paul Hindemith, Franz Schreker und Ernst Krenek. An der Hochschule der Künste Berlin studierte er bei dem Schüler Ernst Peppings, Helmut Barbe. Seit 1980 komponierte er für diverse Besetzungen und schrieb zahlreiche Transkriptionen für Orgel, Chor und Orgel plus.

 


Orgelsinfonie in A „Für einen Widerstandskämpfer" (Discographie) (Rezensionen)

 

 

Das fünfsätzige Werk ist Bernhard Lichtenberg, Dompropst an der St.-Hedwigs-Kahedrale zu Berlin, und dem großen evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer gewidmet. Beide stellten sich gegen das nationalsozialistische Regime in Deutschland. Dietrich Bonhoeffer genießt weltweite Verehrung. Bernhard Lichtenberg wurde 1996 vom Papst in Berlin selig gesprochen. 

Anlaß für den Komponisten, die Orgelsinfonie in A zu komponieren, ist seine von Kindheit an gewachsene Verehrung für die Widerstandskämpfer des 20. Juli und alle Widerstandskämpfer des sog. Dritten Reiches, besonders die christlichen. Die beiden mutigen Männer wandten sich gegen das staatliche Unrecht, verkörpert in den Gewalttaten Adolf Hitlers und seiner Nationalsozialisten. Das Werk schildert den Weg der Helden durch persönliche und politische Anfechtungen (Fantasie) bis zur Hingabe ihres Lebens (Passus) für Recht und Wahrheit. Sie endet mit einem Mut spendenden Finale (V. Satz), in dem ein französischer Choral zur Auferstehung unseres Herrn und Meisters Jesus Christus zitiert wird. Kühnheit, Entschlossenheit, Zagen, depressives Resignieren und neues Sich-Emporringen in einer existentiellen Grenzsituation kommt in der Sinfonie zum Ausdruck. Wilkes wählte dabei bewusst eine konventionelle Tonsprache. 

 

 

 

Orgelsinfonie in f-moll


„Florian Wilkes präsentierte seine „Zweite Orgelsymphonie in f-moll“. Ihre fünf Sätze klangen trotz häufiger Dissonanzen und kühner Harmonien nahezu tonal und ließen hören, wie intensiv sich der Komponist, besonders im Kopfsatz, mit Altmeister Bach auseinander gesetzt hat. Reizvoll auch das flehende „Adagio sospirando“, das Wilkes selbst mit dem Titel „Forgive“ (Vergib) versehen hat, das dreiteilige Scherzo und das „Moderato placido“, in dem die Glocken von Wilkes Berliner Heimat-Kathedrale St. Hedwig erklangen. Auch im Finalsatz verwendete der Organist sehr wirkungsvoll das Glockenspiel als Kontrast zur mächtigen Steigerung des erst nach einigen Anläufen erreichten Schlusses seiner Symphonie.“ (Neue Westfälische)



Kolenda-Sonate (Discographie)


 

Ursprüngliche Version für Bläserquintett
Transkription für Orgel und Sopransaxophon, bzw. Klarinette


„wie ein Sommernachtstraum“ (Hagener Zeitung)
„berückend“ (MAZ)


"Wilkes´ "Kolendasonate", geschrieben zur Geburt seines Sohnes, formt eine Folge von fünf Sätzen aus den Melodien polnischer Weihnachtslieder: Die Vorfreude, das Herabsteigen der Seele vom Himmel, die gesunde Ankunft, der strömende Atem des schlafenden Kindes und das ausgelassene Spiel der Familie." (Booklet)

 

 

An American String Quartet (9/11) For the time of Penitence

 

„Dieses Werk wird in die Musikgeschichte eingehen“ (Hörerstimme bei Uraufführung 2001)

 

"An American String Quartet – For the time of Penitence“ ist für die Bußzeit bestimmt, die mit dem Aschermittwoch beginnt und im Aufflammen des Osterfeuers und dem Sonnenaufgang am Ostermorgen ihr Ende nimmt.


I. Satz

„Hudson Sunrise“ bildet den Anfang des Quartetts: die nichtsahnende, erwachende, lebendige, frische Metropole. Fugiert eilt das Eröffnungsthema dahin, unterbrochen von konzertanten Synkopen und überschwänglichen Soli. Das Eröffnungsthema unterliegt in den folgenden Sätzen zahlreichen Verwandlungen, bis es schließlich energisch ins Finale mündet.

II. Satz

„Burning Towers“ - auf wankenden Füßen stehen die brennenden Türme. Viele können sich retten oder werden gerettet, viele werden in den Tod hinabgerissen. Schroff stehen die Themen der Rettung und der Vernichtung gegeneinander.

III. Satz

Der im Zwölftonkontrapunkt komponierte, zentrale Satz "Ashes and Dust" ("Ashes" heißt im Englischen nicht nur "Asche", sondern auch "sterbliche Überreste") atomisiert in sukzessive prolongierten Pausen den Staub, der von den einstürzenden "Burning Towers" übrig bleibt und mit dem atlantischen Wind in alle Himmelsrichtungen zerstreut wird.

IV. Satz

„Abide With Me“  nach dem Text des Henry Francis Lyte von 1847 und der Melodie des William Henry Monk von 1861 repräsentiert die Gebete der Bedrohten, der Verängstigten, der Verletzten, der Sterbenden und der Mitfühlenden, jedoch nicht in einem musikalisch vernichteten, sondern verdichteten, harmonischen Raum. Con sordino beginnend erweitern sich die Stimmen vom Bicinium über Trio und Quartett zur kolorierten Diskantdurchführung im contrapunctus floridus.

V. Satz

„I Lift My Lamp Beside the Golden Door“ lautet der letzte Satz von Emma Lazarus´ Gedicht, eingraviert in die „Statue of Liberty“ mit den sieben Strahlen auf dem Haupte. Unübersehbar der religiöse Kontext des Aufrufes über alle sieben Meere hinweg: „Give me your tired, your poor, your huddled masses yearning to breathe free“, abgeleitet aus der Bibel: „Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.“ Deshalb steigert sich das abschließende Vivace in einen wirbelnden, hoffnungsvollen, dem Himmel zustrebenden Tanz, auf dass der tausendfache Tod nicht vergebens sei.

 

Der Sonnenaufgang; das Feuer in den Türmen; die Reste des Feuers: Asche und Staub; „Bleibe bei uns, Herr“, denn die Sonne will untergehen; „Ich erhebe meine Fackel neben der goldenen Pforte“ – ein Feuergesang, ein Sonnengesang für vier Streicher, dedicated to the land of freedom, im Vertrauen auf die wahre Religion Amerikas.


 

Drei Choralvorspiele für Trompete und Orgel (Discographie)

 

„Wachet auf, ruft uns die Stimme“
„Wie schön leucht´ uns der Morgenstern“

„an überirdisch anmutender, wirksamer Kraft nicht mehr zu überbieten.“

 

„Es ist ein Ros´entsprungen“

„eröffnet ungeahnte mystische Einblicke in die Tiefen. Spirituelle, verinnerlichte Hinwendung und zauberhafter Glanz verschmelzen in unbeschreiblich schönen Klangfarben.“

 

 

Solosonate für Violoncello (Discographie)


Uraufführung und Einspielung auf CD: Rowena Spearritt-Dodds


I. Vivace (Der innere Kampf des politischen Menschen Bernhard Lichtenberg)

II. Andante (Das Abendgebet in der Strafanstalt Tegel)

III. Presto agitato (Der Zug nach Dachau)

 


Akkordeon-Orgel-Konzert

 

Das Konzert, dem der Pfingsthymnus zugrundegelegt ist, in der Fassung für ein Akkordeon und Orgel, sowie zwei Akkordeons und Orgel ist international bei Musikern vom Fach gefragt.



Transskriptionen


Richard Wagners Tannhäuser Ouvertüre 

„Eine Überraschung stellte die Bearbeitung von Richard Wagners Tannhäuser Ouvertüre dar. Florian Wilkes hatte die gewaltige Orchestermusik zu jener Oper um Liebe und Schuld, Sühne und Vergebung für die Orgel arrangiert und setzte die bekannten Themen und Melodien gekonnt in ein neues, durchaus passendes Klanggewand.“ (Neue Westfälische Zeitung)


Franz Liszts Consolation No. 3

„aparte und geschmackssichere Bearbeitung (...) überraschend kitschfrei-kontemplativ“ (Bergsträsser Anzeiger)
 

Antonin Dvořáks 9. Sinfonie (Discographie)

"Florian Wilkes Fassung vermochte zu beeindrucken.(...) So erscheint das Resultat dieser Übertragung: wie ein Bild, das das gleiche Motiv zeigt, in den annähernd gleichen Farben gemalt ist, aber in einer anderen Technik." (Rheinpfalz)

"Dvořáks Meisterwerk, im Alleingang gespielt auf der bombastischen Sauer-Orgel des Berliner Doms - ein existentielles Hörerlebnis!" (Berliner Tagesspiegel) 


u.v.a.m.



Bernhard Lichtenberg - Choral (Discographie)


Zur Seligsprechung von Bernhard Lichtenberg im Jahr 1996 komponierte Florian Wilkes den, vom Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky, Erzbischof von Berlin, 1995 approbierten Choral.


 

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Organist und Rechtsanwalt Florian Wilkes (Berlin)